Faulhaber hielt lediglich Daten, Eigennamen, Orte, Fremdwörter sowie als Orientierungspunkte einzelne Schlüsselwörter in gängiger Langschrift fest. Davon abgesehen verfasste er seine Tagebücher und Beiblätter in der Kurzschrift Gabelsberger. Diese stellte bis zur Einführung der Deutschen Einheitskurzschrift 1924 die verbreitetste von mehreren konkurrierenden Kurzschriften im deutschsprachigen Raum dar; um das Jahr 1900 verwendeten sie etwa vier Millionen Menschen. Heute können nur noch wenige Experten Gabelsberger entziffern. Umfangreiche Archivbestände drohen deswegen für die Forschung unzugänglich zu werden. Durch eine großzügige Unterstützung der Fritz-Thyssen-Stiftung seit dem Herbst 2012 wurde es möglich, sowohl erste Transkriptionen als Grundlage eines Antrags bei der DFG zu fertigen als auch Gabelsberger-Kurse für die potentiellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts sowie interessierte Studierende anzubieten. Hierfür konnte Herr Dr. Erich Ruff gewonnen werden, der über eine langjährige Gabelsberger-Kompetenz verfügt und sich mit großem Engagement dem Unterricht gewidmet hat. Dadurch entstand über das Faulhaber-Projekt hinaus ein Kompetenzzentrum Gabelsberger, das einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung dieser Kulturtechnik leisten kann.

Ausschnitt einer Tagebuchseite in Gabelsberger-Schrift.