Vor gut drei Jahren, im Oktober 2013, begann die „Kritische Online-Edition der Tagebücher Michael Kardinal von Faulhabers (1911–1952)“. Bereits jetzt ist absehbar, dass das Projekt seinem Anspruch gerecht wird, weit mehr zu leisten als einen Beitrag zur Erforschung der Person des Erzbischofs. Die folgenden Ausführungen beleuchten daher vor allem die aktuelle Literatur zu übergeordneten Forschungsfeldern, die von der Edition profitieren können und zugleich für die weitere Arbeit mit den Quellen wertvolle Impulse liefern. Dabei sollen die Potenziale aufgezeigt werden, die das Projekt nicht nur für die Kirchengeschichte, sondern auch für die „Profangeschichte“ und verwandte Fächer bietet.

Von besonderem Interesse sind Faulhabers Tagebücher und Beiblätter mit Blick auf sechs grundsätzliche Themenfelder, die vielfältig miteinander verschränkt sind:

  1. allgemein das Verhältnis von Religion und Politik, Kirche und Staat sowie Katholizismus und politischen Ideologien,
  2. insbesondere das Verhältnis zwischen der katholischen Kirche und dem „Dritten Reich“,
  3. die Theologiegeschichte des 20. Jahrhunderts,
  4. insbesondere die Geschichte des Verhältnisses der verschiedenen Konfessionen und Religionen zueinander,
  5. die Geschichte der Strukturen und Netzwerke der katholischen Kirche,
  6. die Kultur-, Frömmigkeits- und Emotionsgeschichte des Katholizismus.

Forschungsübersicht zum Download:

Holger Arning unter Mitwirkung von Philipp Gahn, Carina Knorz, Franziska Nicolay, Thomas Schütte und Peer Volkmann, Faulhabers Tagebücher und die Katholizismusforschung. Forschungsübersicht und Ausblick, in: Kritische Online-Edition der Tagebücher Michael Kardinal von Faulhabers (1911–1952), 20. Dezember 2016, online unter: www.faulhaber-edition.de/forschungsuebersicht-faulhaber.html.